Projekt „Kulturland Spuren Lebus“
Am 23. und 24. März 2026 kamen Projektpartner und Fachkräfte im Umweltzentrum Drei Eichen sowie im Schweizer Haus in Buckow zusammen, um im Rahmen des zweitägigen Fachworkshops „Entwicklung von partizipativen Angeboten für Naturerlebnis und Bildung“ neue Impulse für die Umwelt- und Kulturbildung zu erarbeiten. Der Workshop bildete einen zentralen Baustein des EU-geförderten Interreg 6A-Projekts „Kulturland Spuren Lebus / Kulturowe Ślady Ziemi Lubuskiej“ (2024–2027).
Die Ziele: Gemeinsame Kriterien und ein „Roter Faden“
Das Hauptziel des moderierten Workshops bestand darin, einen praxisnahen Leitfaden sowie Qualitätskriterien für die Entwicklung von analogen und digitalen Bildungs- und Naturerlebnisangeboten zu erarbeiten. Die Teilnehmer erhielten konkrete Werkzeuge und Methoden an die Hand, um eigene partizipative Angebote an ihren jeweiligen Projektstandorten erfolgreich umzusetzen. Darüber hinaus diente das Treffen dazu, die Grundlagen für gemeinsame Inhalte zu legen und einen übergreifenden „Roten Faden“ für das Gesamtkonzept aller Projektpartner zu knüpfen.
Tag 1: Didaktische Grundlagen, Naturpädagogik und digitale Innovationen
Der erste Tag im Umweltbildungszentrum Drei Eichen stand im Zeichen der Didaktik und der praktischen Erprobung:
- Didaktische Prinzipien & Didaktikrad: Sabine Stolze führte in die Theorie des Lehrens und Lernens ein und betonte Kernprinzipien wie Ganzheitlichkeit (Lernen mit Kopf, Herz und Hand), Handlungsorientierung, Methodenvielfalt und Partizipation. Als strukturierendes Werkzeug wurde das Didaktikrad (nach Frank Waldschmidt-Dietz) vorgestellt, welches Bildungsangebote anhand von 6 W-Fragen (Wer? Was? Wozu? Wie? Womit? Wo?) systematisch plant.
- Praxis auf dem Gelände: Bei einem Rundgang präsentierten Mitarbeitende von Drei Eichen verschiedene naturpädagogische Ansätze – von klassischen und digitalen Schatzsuchen über altes Handwerk (Weben, Filzen), Biotoppflege in internationalen Workcamps, Kräuterwanderungen und Kneipp-Anwendungen bis hin zur Wildnispädagogik.
- Digitale Best Practices („Augmented Monuments“): Sebastian Sommerschuh und Christoph Bennewitz demonstrierten die App-Plattform Augmented Monuments, die historische Orte und Kulturlandschaften mittels Augmented Reality (AR) und 3D-Rekonstruktionen virtuell erlebbar macht.
- Erlebnispfad „Wildreich“: Am Beispiel des Projekts Wildreich (Thema: Mensch & Wald) wurde gezeigt, wie analoge, digitale und hybride Stationen ineinandergreifen. Dazu gehören unter anderem 360°-Panoramen, Hör-Stationen im Totholz, Einbindungen von Bürgerwissenschaften (Citizen Science), AR-Einblicke in historische Epochen (Mönchszeit, Steinzeit) sowie ein Waldsofa zur Entspannung und Achtsamkeit.
Den Abschluss des ersten Tages bildete ein gemeinsames Ideenboard, auf dem die Partner verbindende Elemente und Schnittmengen ihrer regionalen Angebote herausarbeiteten.








Tag 2: Inklusion als Grundprinzip und touristische Vernetzung
Am zweiten Tag verlagerte sich der Schwerpunkt in das Schweizer Haus in Buckow, wo Zugänglichkeit und Marketing im Mittelpunkt standen:
- Barrierefreie Naturparkentwicklung: Karsten Häschel (Fachberater für Inklusion) stellte klar, dass Barrierefreiheit kein Zusatzangebot, sondern ein grundlegendes Qualitätsprinzip ist, das bereits bei der ersten Planung berücksichtigt werden muss. In einem praxisorientierten Workbook wurden Zielgruppen (Mobilität, Seh-, Hör- und kognitive Einschränkungen sowie Autismus) differenziert analysiert und konkrete Kriterien wie Leichte Sprache, Piktogramme und Mitarbeiterschulungen definiert.
- Praxischeck „Stobbiroute“ & Ausstellung: Die Teilnehmenden besichtigten die neu gestaltete Ausstellung im Naturpark-Infozentrum Schweizer Haus, die mit Leichter Sprache auf der ersten Textebene, Hands-on-Stationen und unterfahrbaren Elementen barrierefrei gestaltet ist. Anschließend wurde der barrierearme Rundweg Stobbiroute begangen.
- Digitales Marketing & Netzwerke: Angeline Piesche und Antonia Lustig vom Tourismusverband Seenland Oder-Spree präsentierten digitale Tools zur Vermarktung (u. a. die Datenbank DAMAS, KI-Chatbots, Komoot-Anbindungen und das System MiniBrandenburg), um Zielgruppen über die Markenstrategie „Eintauchen“ emotional anzusprechen.





Fazit und Ausblick: Eine gestärkte Partnerschaft
Die Auswertung des Workshops fiel durchweg positiv aus: Sämtliche Teilnehmenden äußerten große Zufriedenheit mit der Organisation, den Inhalten und dem Praxisbezug.

Als wichtigstes Ergebnis wurde das Fundament für ein gemeinsames Gesamtkonzept gelegt. Der erarbeitete „Rote Faden“ wird in weiteren Workshops und gegenseitigen Standortbesuchen vertieft, um die grenzüberschreitende Kooperation nachhaltig zu festigen. Das Umweltzentrum Drei Eichen steht allen Partnern dabei auch künftig als beratender Bildungspartner zur Seite.


