Kickoff Konferenz zum Projekt „Lebendige Erinnerungsorte“

Międzyrzecz, 18. März 2026

Am 18. März 2026 fand in der Stadtbibliothek Międzyrzecz die Kick-off-Konferenz zum deutsch-polnischen Projekt „Lebendige Erinnerungsorte“ („Żywe miejsca Pamięci“) statt. Vertreterinnen und Vertreter der Projektpartner, aus Kommunen, Kultur- und Gedenkeinrichtungen sowie aus dem Interreg-Programm Brandenburg–Polen stellten Ziele und geplante Maßnahmen vor.

Im Mittelpunkt der Kooperation stehen die grenzüberschreitende Erinnerung an die nationalsozialistischen „Krankenmorde“ sowie die Sichtbarmachung der Spuren jüdischen Lebens in der Grenzregion. Die Partner verknüpfen historische Aufarbeitung mit Bildungs- und Erinnerungsangeboten, die langfristig zugänglich und inklusiv gestaltet werden sollen.

Nach der Eröffnung durch Katarzyna Szadkowska (Stadt Międzyrzecz, Leiterin der Abteilung für Wirtschaftsförderung) unterstrich Bürgermeister Remigiusz Lorenz in seinem Grußwort die Verantwortung, aus der Geschichte Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft zu ziehen. Er dankte den Beteiligten für ihr Engagement und hob hervor, dass das Projekt helfen soll, Erinnerung wachzuhalten und solidarisches Handeln zu stärken.

„Wir können nicht ändern, was in der Vergangenheit geschehen ist, aber lassen wir zu, dass die Erinnerung an jene Ereignisse uns verändert – uns sensibler, verantwortungsbewusster und geeinter macht, wenn es darum geht, anderen Menschen zu helfen.“ (Bürgermeister Remigiusz Lorenz)

Anschließend berichteten die Projektpartner von ihren Standorten und Projektinhalten:

  • Ewa Walkowska (Gemeinde Międzyrzecz) – Historischer Kontext und lokale Partner
  • Anna Chinalska & Cezary Wysocki (Woiwodschaft Lubuskie) – Investitionen am historischen Friedhof Obrawalde
  • Gunnar Betz (Bezirk Charlottenburg‑Wilmersdorf) – Städtepartnerschaft und Jugendaustausch
  • Jörg Krüger & Dirk Röder (Stadt Seelow) – Erinnerung an jüdisches Leben, Marke „Erinnerung verbindet“ und internationale Vernetzung
  • Antje Fröhlich (Stadt Seebad Ueckermünde) – Dauerausstellung NS-Krankenmorde und digitale Vernetzung
  • Universitätsmedizin Rostock / Dirk Röder in Vertretung von Dr. Kathleen Haack – Wissenschaftliche Projektleitung
  • Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten / Gunnar Betz in Vertretung – Ausstellung „totgeschwiegen“ und neue Formen des Erinnerns

Anschließend zeichneten die Projektpartner die Partnerschaftsvereinbarung zum Projekt.

Die Konferenz endete mit einer Exkursion zur Gedenkstätte und zum ehemaligen Friedhof beim Krankenhaus in Obrzyce. An diesen besonderen Orten hielt Katarzyna Sztuba-Frąckowiak, die sich auf die Dokumentation der von den Nationalsozialisten an den Patienten des Krankenhauses begangenen Verbrechen spezialisiert hat, einen Vortrag.

Wir danken der Stadt Międzyrzecz für die Organisation und Gastfreundschaft.



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