Kriegsereignisse 1945

Grenzübergreifender Geschichtspfad auf den Spuren der Kriegsereignisse im Frühjahr 1945

Die Anfänge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erfolgten wie überall in Deutschland schleichend und wurden von der breiteren Masse mit Hoffnung und Euphorie begleitet. Regimegegner wurden frühzeitig verfolgt und inhaftiert, z.B. im Zuchthaus und Konzentrationslager Sonnenburg (Słońsk), einem der Ersten seiner Art überhaupt.

Das Vorrücken der Roten Armee und ihrer Verbündeten von Osten in Richtung Berlin brachte den Krieg spätestens im Januar 1945 real und mit aller Wucht in die Order-Warthe Region. Am 31. Januar 1945 erreichten erste Einheiten der Sowjetarmee die Oder und setzten sich dort fest. Entlang des heutigen Grenzflusses entwickelten sich schwere Kampfhandlungen, die bis Ende April 1945 zu unzähligen Opfern sowie gravierenden Zerstörungen von Städten, Dörfern und Infrastrukturen führten.

Die Standorte des Geschichtspfads Kriegsereignisse 1945 vermitteln anschaulich die dramatischen Geschehnisse zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Dazu gehören ehemalige Gefängnisse und Lager wie das Zuchthaus Sonnenburg in Słońsk, das Oflag IIC Woldenberg in Dobiegniew, das Wehrmachtgefängnis Anklam oder das Außenlager des Ghetto Theresienstadt in Wulkow. Orte wie Klessin, Kienitz, Kostrzyn nad Odrą, Santok oder Seelow repräsentieren zudem schwerste Zerstörungen und verlustreiche Kampfhandlungen im Zusammenhang mit der letzten sowjetischen Großoffensive in Richtung Berlin. Nazi-Deutschland kapitulierte schließlich am 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst.

MUSEUM WOLDENBERG in DOBIEGNIEW

MUSEUM WOLDENBERG in DOBIEGNIEW

Oflag IIC Woldenberg war ein deutsches Kriegsgefangenenlager für polnische Offiziere während des Zweiten Weltkriegs. Trotz der Gefangenschaft wurde es zu einem Ort des Lernens, der Kultur und des Widerstands, der die Kraft des Geistes, die Solidarität und den Patriotismus der Gefangenen zeigte.

MUSEUM UND SOLDATENFRIEDHOF DER 1. POLNISCHEN ARMEE

MUSEUM UND SOLDATENFRIEDHOF DER 1. POLNISCHEN ARMEE

Der Soldatenfriedhof der 1. Polnischen Armee in Stare Łysogórki ist ein Ort der Stille und Besinnung an der Oder, wo Geschichte und Landschaft miteinander verschmelzen. Die Nekropole erinnert an die dramatischen Anstrengungen der Soldaten, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs kämpften.

MUSEUM GESCHICHTSSTATION SEELOW (MARK)

MUSEUM GESCHICHTSSTATION SEELOW (MARK)

Die Geschichtsstation Seelow (Mark) dokumentiert mit authentischen Ausstellungsstücken und biografischen Details den Wandel der Region im Laufe eines Generationszeitraums um 1945 und bietet so einen anschaulichen Einblick in ihre bewegte Geschichte.

MUSEUM DER FESTUNG KÜSTRIN

MUSEUM DER FESTUNG KÜSTRIN

Einzigartiges Flächendenkmal an der Oder: Am 31. Januar erreichte die Rote Armee Küstrin, als wichtigen Standort mit Eisenbahn- und Straßenbrücke über die Oder. Ab 24. März wurde die Altstadt so stark bombardiert, dass kein Gebäude überlebte…

MUSEUM BERLIN-KARLSHORST

MUSEUM BERLIN-KARLSHORST

Ort der deutschen Kapitulation Mai 1945 Das Museum Berlin-Karlshorst befindet sich an einem Ort von weltgeschichtlicher Bedeutung: Hier endete am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Im Museumsgebäude […]

MARTYRIUMSMUSEUM IN SŁOŃSK

MARTYRIUMSMUSEUM IN SŁOŃSK

Ehemaliges Zuchthaus und Konzentrationslager Sonnenburg: Słońsk, das ehemalige Sonnenburg, ist ein Ort mit einer tragischen Vergangenheit. Zwischen 1933 und 1934 befand sich hier das erste deutsche Konzentrationslager und später ein Gefängnis. Bis heute ist die vollständige Liste der in Sonnenburg inhaftierten und ermordeten Personen unbekannt.

KRIEGSSCHAUPLATZ SCHLOSS KLESSIN 1945

KRIEGSSCHAUPLATZ SCHLOSS KLESSIN 1945

Das Dorf Klessin und das Rittergut wurden im Frühjahr 1945 vollständig zerstört. Auf dem Gelände des Rittergutes ist eine naturnahe Gedenk- und Erinnerungsstätte entstanden. Neben der historischen Aufarbeitung wurde auch eine interessante, landschaftlich reizvolle Fläche rekultiviert.

GEDENKSTÄTTE UND MUSEUM SEELOWER HÖHEN

GEDENKSTÄTTE UND MUSEUM SEELOWER HÖHEN

Die Schlacht um die Seelower Höhen war eine der letzten und größten Schlachten des Zweiten Weltkriegs auf deutschem Boden. Sie fand vom 16. bis 19. April 1945 statt und markierte den Auftakt des sowjetischen Angriffs auf die deutsche Reichshauptstadt.

ERINNERUNGSORT WULKOW

ERINNERUNGSORT WULKOW

Der Erinnerungsort Wulkow ist eine seit 2024 bestehende digitale Gedenkstätte. Sie erinnert an das gleichnamige Außenlager des Ghettos Theresienstadt, das von 1944 bis 1945 bestand. Fast 400 jüdische Häftlinge leisteten dort Zwangsarbeit für den Bau einer geheimen Ausweichstelle des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA).

EHEMALIGES WEHRMACHTGEFÄNGNIS ANKLAM

EHEMALIGES WEHRMACHTGEFÄNGNIS ANKLAM

Von 1940 bis 1945 diente das Gefängnis als Haftanstalt für Wehrmachtangehörige. Verurteilt wurde unter anderem wegen Fahnenflucht, Ungehorsam, Homosexualität, Wehrkraftzersetzung, Diebstahl, unerlaubter Entfernung, Selbstverstümmelung und Mord.

EHEMALIGE NETZESTELLUNG IN SANTOK

EHEMALIGE NETZESTELLUNG IN SANTOK

Die Ruinen der ehemaligen Netzestellung in Santok sind stille Zeugen der dramatischen Umbrüche Europas 1945. Sie erinnern eindrücklich an Krieg, Flucht und Neuanfang – und daran, wie zerbrechlich Frieden und Freiheit in Europa sein können.

DENKMAL ENSEMBLE KIENITZ

DENKMAL ENSEMBLE KIENITZ

Das kleine Dorf Kienitz steht symbolisch für die Ereignisse der Endphase des II. Weltkrieges. Am 31. Januar 1945 erreichten in den frühen Morgenstunden leichtbewaffnete Vorausabteilungen der Roten Armee die Oder bei Kienitz und bildeten an der Fährstelle sowie an der Hafenmühle einen Brückenkopf zum Westufer der Oder.


Anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs fanden von Januar bis Mai 2025 an den historischen Daten entlang des Geschichtspfades Gedenkveranstaltungen statt. Der Geschichtspfad ist eingebettet in die grenzübergreifende Tourismusmarke „Erinnerung verbindet“, welche 2023 in Seelow gegründet wurde und Erinnerungsorte in der Oder-Warthe Region zu verschiedenen Geschichtsthemen verbindet. Dieses dt.-pol. Netzwerk „Erinnerung verbindet“ arbeitet eng mit der Europäischen Kulturroute der Befreiung 1944-45 zusammen (Liberation Route Europe).

Die Liberation Route Europe ist eine zertifizierte Kulturroute des Europarats, die Menschen, Orte und Ereignisse miteinander verbindet, um an die Befreiung Europas von der Besatzung während des Zweiten Weltkriegs zu erinnern. Mit Hunderten von Stationen und Geschichten in mehr als zehn europäischen Ländern verbindet die Route die wichtigsten Regionen entlang des Vormarsches der Alliierten in den Jahren 1943-1945.

Dank unseres Projektes sind die 7 Stationen unseres grenzübergreifenden Geschichtspfads Kriegsereignisse 1945 nun auch Stationen der Liberation Route Europe: History of the Oder-Warta Region in 1945.

Anlässlich des 81. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs wurden 5 weitere Stationen in den Geschichtspfad integriert und mit Informationsmaterialien sowie Erinnerungsvektoren ausgestattet.


Die Entwicklung und Einrichtung des „Geschichtspfads Kriegsereignisse 1945“ wurde im Rahmen der Projekte „Gemeinsames Erinnern – 80 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg 2025“ und „Gemeinsames Erinnern, Erweiterung dt.-pol. Geschichtspfads Kriegsereignisse 1945“ im Rahmen der Klein-Projekte-Fonds (KPF) 2021-2027 der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG VI A Brandenburg-Polen 2021-2027 gefördert.



Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

de_DE