MUSEUM WOLDENBERG in DOBIEGNIEW

Oflag II C Woldenberg 1940-1945

Oflag IIC Woldenberg war ein deutsches Kriegsgefangenenlager für polnische Offiziere während des Zweiten Weltkriegs. Trotz der Gefangenschaft wurde es zu einem Ort des Lernens, der Kultur und des Widerstands, der die Kraft des Geistes, die Solidarität und den Patriotismus der Gefangenen zeigte.

Oflag II C Woldenberg war das größte deutsche Kriegsgefangenenlager für Offiziere der polnischen Armee während des Zweiten Weltkriegs. Es wurde im Herbst 1939 auf dem Gebiet des heutigen Dobiegniew, damals deutschen Woldenberg, errichtet. Das Lager umfasste eine Fläche von 24 Hektar und war von doppelten Stacheldrahtzäunen und Wachtürmen umgeben. In mehreren Wohnbaracken wurden über 6.000 polnische Offiziere und Offiziersanwärter untergebracht, welche an der Septemberoffensive und späteren Kämpfen in Europa teilgenommen hatten.

Der Alltag im Lager war hart. Hunger, Krankheiten, Monotonie und Freiheitsentzug setzten den Gefangenen schwer zu. Trotzdem führten sie ein intensives kulturelles und intellektuelles Leben. Es gab drei Chöre, ein Symphonieorchester und ein Theater, es wurden Vorträge, Berufsbildungskurse und Studiengänge im Rahmen der Universität Woldenberg organisiert. Es gab auch eine konspirative Unabhängigkeitsorganisation. Von besonderer Bedeutung war das konspirative Radiohören, das von der Gruppe „R” durchgeführt wurde und Informationen von den Fronten des Krieges und aus dem besetzten Land lieferte.

Ein wichtiger Bestandteil des Lebens hinter Stacheldraht war der Sport. Es wurden regelmäßig Fußball- und Volleyballspiele ausgetragen, und 1944 wurde ein großes Turnier unter dem Namen „Olympisches Jahr 1944 im Lager II C” organisiert, das an die abgesagten Olympischen Spiele in London anknüpfte. Im Herbst desselben Jahres kamen nach dem Scheitern des Warschauer Aufstands über 100 Offiziere der Heimatarmee ins Lager, was die konspirativen und patriotischen Aktivitäten verstärkte.

Am 25. Januar 1945 ordneten die Deutschen angesichts der näher rückenden der Ostfront die Evakuierung des Lagers an. Die Gefangenen wurden unter starker Bewachung in zwei Kolonnen „Ost” und „West” weggeführt. Die östliche Kolonne wurde am 30. Januar 1945 in Dziedzice von Panzern der sowjetischen 55. Panzerbrigade befreit. Die westliche Kolonne wurde über die Oder getrieben, wo sie von amerikanischen und kanadischen Truppen befreit wurde. Schließlich erlangten am 3. Mai 1945 die letzten Gefangenen des Oflag II C Woldenberg ihre Freiheit zurück.

Heute befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Lagers ein Museum, eine Gedenkstätte, die dem Schicksal der polnischen Offiziere, ihrer Unbeugsamkeit, ihrer Solidarität und ihrem Kampf um die Wahrung ihrer Würde und nationalen Identität unter den Bedingungen der Gefangenschaft gewidmet ist.

Die Geschichte zum Museum als Hörbeitrag.

(Sprache: Deutsch)

(Language: English)

(Język: polski)


Geschichtspfad Kriegsereignisse 1945



Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert